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 Matinée an der Hochschule für Musik (29. Juni 2014)

 
Es ist der erste öffentliche Auftritt des Chors der Polizei München mit Chorleiter Stefan Grünfelder; dies sollte man sich als förderndes Mitglied nicht entgehen lassen.
 
Der 1. Vorsitzende Michael Fischer begrüßt souverän wie immer die Konzertgäste mit den zahlreichen Ehrengästen.
 
Der Münchner Polizeichor eröffnet mit dem Lied 'Das Morgenrot' des deutschen Sängers und Schauspielers Klaus Hoffmann. Es folgt 'Sommermorgen' des im 19. Jahrhundert lebenden Pfarrers und Lyrikers Friedrich Oser aus der Schweiz. Beide Musikstücke wurden sehr gut präsentiert. An dieser Liedauswahl (für mich vor diesem Konzert alles unbekannt) deutet sich schon die Änderung durch den Chorleiterwechsel an.
 
Mit dem Volkslied 'Es zogen auf sonnigen Wegen', von den vier dienst jüngsten Sängern fröhlich und beschwingt dargeboten, bemerkt man am und im Chor sowie bei den Gästen den Beginn einer Unbeschwertheit sowie Lockerheit. Von Friedrich Silcher, einem Komponisten und Musikpädagogen des 18. Jahrhunderts, stammt das Volkslied 'Aufs Wohl der Frauen'. Nach dieser hervorragenden Darbietung bewältigen Chorleiter und Vokalensemble die Ballade von Eduard Mörike 'Der Tambour'; anspruchsvoll das Lied, hochkonzentriert die Sänger dem Leiter gegenüber agierend.
 
Es ist der Vorteil des blattlosen Singens. Allerdings erfordert es auch Disziplin, Bereitschaft sowie Begeisterung; dies kann der Zuschauer hören aber auch sehen.
 
Seinen ersten Teil beendet der Polizeichor mit dem Volkslied 'Tummel Dich, guts Weinlein', spritzig vorgestellt, so wie es im Text des Liedes heißt: frisch, fröhlich, frei.
 
Das Bläserensemble 'Schandiblech' unter der Leitung von Max Kreilinger zeigt mit den Stücken des bayerischen Musikanten und Volksliedsammlers Kiem Pauli 'Weiß-Blau Marsch', 'Probier's mal mit Gemütlichkeit' aus dem Dschungelbuch sowie dem 'Kriminaltango von Hazy Osterwald einen Teil des Spektrums, welche Stilrichtungen mit Blasinstrumenten zu bewältigen sind.
 
Es folgt der Juniorchor des Gymnasiums Gröbenzell mit Krimizeit, Alibi-Song, Einbrecher Max sowie Blaulicht. Diese Kantate für Sprecher, Soli, Kinderchor und Klavier ist ein äußerst kurzweiliges Vergnügen, welches von allen Solisten und dem Chor fröhlich und freudig, lustig und sehr lebendig aufgeführt wird, unter der musikalischen Leitung von Stefan Grünfelder und der choreographischen Leitung von Klara Eham.
 
Ein weiterer Höhepunkt, der die Freude sowie die Vielfalt der Musik zeigt. Die Begeisterung des Publikums ist am 'Applausometer' abzulesen. Fortgesetzt wird von 'Schandiblech' mit der Beatlesnummer 'When I'm 64', dem 'Greanen Rauten Walzer' vom Komponisten Peter Moser sowie 'In einem kühlen Grunde' von Friedrich Silcher. Die Bandbreite des 'Schandiblech' - Repertoires ist schon sehr beachtlich.
 
Der zweite musikalische Part des Chors der Polizei München wird mit einem meiner Lieblingslieder eröffnet: 'Die Rose' (im Original geschrieben für den Film 'The Rose' von Amanda McBroom für Bette Midler). Dieser Song wird mit den Mitteln des Gefühls, der jeweils richtigen Lautstärke (zu Beginn und am Ende leise) sowie einer gewohnt souveränen Leistung der beiden Solisten weiterhin und erst recht zu einem meiner Favoriten des Polizeichores gehören.
 
Mit dem nächsten Stück 'Gigolo & I ain't got nobody' (mir am besten bekannt von Louis Prima) ist etwas Neues zu sehen: eine Bühnenshow. Der Solist singt diesen Song gewohnt sicher und ausdrucksstark, bringt aber zusätzlich während der Dauer des Liedes sowohl Tanz- als auch Showelemente. Der Chor selbst ist äußerst fröhlich und beschwingt, aber auch aktiv dabei.
 
Eine Glanzleistung. Die Begeisterung von uns Zuschauern drückt sich in tosendem Beifall aus. Das macht Lust auf mehr. Mit 'Das Rendezvous' von MAYBEBOP auf Basis des Textes von Oliver Gies wird durch die sehr starke Interpretation noch ein weiteres neues Element hör- und sichtbar: Ironie und Witz.
 
Die Rocknummer 'Crazy Little Thing Called Love' von Freddy Mercury (Queen) wird vom Vokalensemble freudig und rockig angenommen und vorgestellt, bietet auch Möglichkeiten zur Show, Freddy Mercury eben. Freddy hätte allerdings nicht nur das Sakko ausgezogen. Der Solopart verdient es aber meines Erachtens kräftiger und lauter gesungen zu werden.
 
Mit dem alten sowie schönen Volkslied 'Muss i denn zum Städtele hinaus' verabschiedet uns Zuschauer der Chor offiziell.
 
Der lang anhaltende Beifall des Publikums belohnt Chor und Chorleiter. Michael Fischer geht sogar noch weiter und überreicht Stefan Grünfelder für seinen 'ersten Tag' eine weiß-blaue Schultüte.
 
Als Zugabe gibt es den 'Sängergruß der Polizei' in vier Versionen: bisherige Chorversion, Version Mittelalter, Version á la Richard Strauß sowie die Version 21.Jahrhundert, gerappt mit neuem Text: überraschend und stark, auch und insbesondere vom Solisten. Den Abschluss gestalten die Sänger gemeinsam mit dem Bläserensemble sowie dem Juniorchor.
Das Stück 'un poquito cantas (ein bisschen singen)' ist Gemeinsamkeit in der Musik mit purer Freude und guter Lautstärke sowie lauter fröhliche Gesichter bei allen auf der Bühne. Zum Schluss: Das Programm für diese Matinée ist sehr kompetent vom Chorleiter zusammengestellt sowie von allen Künstlern exzellent dargeboten worden.
 
Erstaunt und überrascht hat mich die Lockerheit sowie der Schwung, mit dem der Münchner Polizeichor sich präsentiert. Das Repertoire dieses Chors war schon unglaublich vielseitig und durch den Wechsel in der musikalischen Leitung verbessert sich dies meiner Meinung nach nochmals.
 
Durch Stefan Grünfelder wird das Tor zur 'Moderne' aufgemacht ohne das Bisherige wegzulassen oder zu vergessen. Es ist ein Sonntagmorgen, der mir lange in Erinnerung bleiben wird.
 
Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten! Macht weiter so!
 
Franz Huber
 
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